Resonanz

L’ARAMU.

Wir sind wieder da.

Physisch schon seit zwei Wochen. Der Rest zieht nach. Jeden Tag ein bisschen.

Aramola verändert. Wir spüren es an uns. Und wir hören es von unseren Gästen.

Wir kommen an und bringen mit, wie wir im Alltag sind: Ein bisschen hektisch. Ein bisschen schnell. Ein bisschen laut.

So freuen wir uns auch, wenn wir hier ankommen: hektisch, schnell und laut. Wir sind euphorisch. Zunächst.

Und dann, jeder Tag und jede Nacht verändert etwas. Es ist wie als wenn der Ort, die Stille, die Natur in Beziehung tritt mit uns. Ein Dialog beginnt. Ein Dialog, der Raum schafft in uns, der uns weit werden lässt, uns ruhig macht, uns entspannt. Resonanz entsteht. Zwischen uns und der Welt.

Der Soziologe Hartmut Rosa erforscht, wie der permanente Steigerungszwang unseres Wirtschaftssystems zu einer immer größeren Beschleunigung in unserem Alltagsleben führt. Zeitstrukturen verändern sich. Viele von uns erleben es so, dass wir immer weniger Zeit haben für die Dinge, die uns wirklich wichtig sind. Stress ist für viele zum leidigen Normalzustand geworden. Doch was ist die Lösung? Entschleunigung oder Work-Life-Balance sind moderne Schlagworte, die Linderung versprechen.

Für Rosa ist das jedoch keine Lösung, die wirklich funktioniert, wenn die Art unserer Beziehung mit der Welt die gleiche bleibt. Und jeder, der eine Zeit lang versucht hat „mal etwas langsamer zu machen“, kann das bestätigen. Ehe wir uns versehen sind wir in der gleichen Hektik. In der gleichen Schnelligkeit. Rosas Ansicht nach kann Beschleunigung durch Resonanz gebrochen werden. Wonach wir uns sehnen, so Rosa, sei, in eine tiefere Beziehung mit sich und der Welt zu treten, so dass ein Resonanzraum entstehen kann. Er nennt es unsere Sehnsucht nach Widerhall.

Wir sind nach einem Winter in Berlin nun zwei Wochen wieder hier. Und wir glauben, wir haben eine Idee, wovon Rosa spricht. Wir gehen in Resonanz mit dem Strauch den wir pflanzen, mit den umgefallenen Bäumen, die wir vom Wanderweg räumen, mit den Wildkräutern die wir für den Salat pflücken. Es ist ein Dialog der entsteht. Ein Dialog über die Einfachheit des Lebens.

In den nächsten Wochen dürfen wir die Gemüsegärten für die neue Saison vorbereiten. Und dann wird schon ausgesät und gepflanzt. Wenn das Wetter es zulässt, pflanzen wir Kartoffeln beim ersten Vollmond im Mai. Das haben wir von Ernesto gelernt. Und kurz danach werden die Bohnen und Zwiebeln gesetzt.

Wenn du Lust hast dabei zu sein und neugierig bist, zu entdecken, wie sich Resonanz für dich anfühlt, dann freuen wir uns auf dich! Das Casa Antonietta hat noch Platz für dich im Mai. Der Mai ist übrigens einer der Monate, der noch besonders ruhig ist und Abgeschiedenheit verspricht.

Wir freuen uns auf dich!

PS. Wer mehr über Rosas Soziologie des Guten Lebens wissen will findet mit diesem Vortrag einen guten Einstieg.